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District Six Museum in Kapstadt

District Six Museum in Kapstadt

Anerkennung und Ehrerachtung für die Menschen, die damals vertrieben wurden

Das District Six Museum befindet sich in der Buitenkant Street und wurde bereits 1994 eröffnet. Fast schon tragikomisch ist der Fakt, dass das Gebäude in dem sich das Museum befindet, eine ehemalige Kirche war, nämlich die Buitenkant Street Church. Sonntags kamen ehemalige Anwohner zur Messe und es war zugleich ein Ort des Widerstands gegen die Apartheidgesetze. In Andacht an die damalige Vertreibung und die Ungerechtigkeit erhalten die entwurzelten Menschen hier im Museum eine Stimme, Erinnerungen an das friedliche Zusammenleben und an das Stadtviertel bekommen Raum zu gesprochen.

Beim Betreten des kleinen Museums fühlt man sich automatisch um Jahre zurück versetzt. Alte Fotografien der Menschen aus dem Viertel hängen an den Wänden, unzählige alte Straßenschilder sind auf einer Art Säule aufgehängt und detailgetreue Zimmer der Häuser nachgebaut. An Littfaßsäulen liest man sich durch berührende Zeitungsberichte des Cape Argus aus dem Jahr 1959, Anwohner kommen zu Wort, das Unverständnis der Einwohner wird mehr als ersichtlich. Die Bilder der Schutthaufen, der abtransportierten Güter und der verzweifelten Menschen sprechen Bände. An Karten wird zudem veranschaulicht, welche Bereiche nacheinander geräumt wurden und man lernt bedeutende Menschen des Widerstands kennen.

Und dann gibt es noch eine ganz besondere Karte. In der Mitte des Museums befindet sich eine knapp vier mal sechs Meter große Karte des District Six, alle Straßen und alle Häuser sind dort eingezeichnet. Und ehemalige Anwohner, die sich nach 1998 entschlossen haben, wieder zurückzuziehen, haben hier ihr altes Zuhause eingezeichnet.

Es ist ein sehr kleines Museum, aber man erhält einen guten und übersichtlichen Rückblick über den Stadtteil District Six. Und diese Rückschau geht einem richtig nahe.

 

Text & Bilder © kapstadtmagazin.de

Distrikt 6 in Kapstadt

Distrikt 6 in Kapstadt

Im Jahre 1867 wurde der sechste Stadtbezirk, District Six, als Wohngegend für frei gelassene Sklaven, Arbeiter und Immigranten gegründet. Es war ein bunt gemischtes Stadtviertel, Xhosa, Coloured, Cape Malays, Inder und Afrikaaner lebten hier zusammen, in dem Wohnort für fast ein Zehntel der Kapstädter Bevölkerung. District Six befand sich am Fuße des Devils Peak, nur unweit des geschäftigen Hafens, der zudem Arbeitsplatz für viele Ansässige war.

Durch die zunehmende Rassentrennung und die Apartheid Gesetze, wie in dem Gesetz ‘Group Areas Act, Act No. 41 / 1950’, das 1950 erlassen wurde, deklarierte die Regierung 1966, das Gebiet des District Six als ‘White Group Area’. Das Land war ab diesem Zeitpunkt also ausschließlich der weißen Bevölkerung vorbehalten.

Grausame Szenen spielten sich in den zwei Jahrzehnten nach Gesetzeserlass ab. Die Einwohner wurden gezwungen, ihr Stadtviertel zu verlassen und mussten in die Cape Flats umsiedeln. Bulldozer rollten an und planierten alles ein, nur an die Gotteshäuser trauten sie sich nicht heran. Persönliches Hab und Gut verschwand, jegliches Anrecht auf den eigenen Grund der Einwohner war dahin und sie verloren auf äußerst brutale Weise ihre Heimat. Erst 2003, neun Jahre nach Ende der Apartheid, hat die Stadt begonnen, den District Six wieder neu aufzubauen.

Sehenswürdigkeiten

Obwohl noch einiges Land verlassen ist, entwickelt sich der Stadtteil heute langsam wieder. Als neues In-Viertel gehört der District Six inzwischen zu den besten Sehenswürdigkeiten Kapstadts. Vor allem die angesagten Galerien und hippen Cafés sind für einen Besuch absolut empfehlenswert.

District Six Museum
Das Museum dokumentiert auf eindrucksvolle Weise die Zerstörung des Viertels. Alles wurde zusammen mit ehemaligen Bewohnern konzipiert, die ihr früheres Zuhause auch auf einen Stadtplan verewigt haben. Besucher können auf Tafeln die Zerstörung nachvollziehen und persönliche Erinnerungsstücke der Bewohner sehen. Mehr Infos über das Museum findet ihr hier.

Fugard Theatre
Das Theater wurde Anfang 2010 im Sacks Futeran Gebäude eröffnet. Von Schauspiel und Musik bis zum Film gibt es in diesen Sälen alles, was das Kultur-Herz begehrt. „Ziel ist es, internationale Werke zusammen mit exzellenten, lokalen Künstlern zu zeigen. Ein kleines bisschen Magie“, sagte Manager Daniel Galloway.

 

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18. Juli – Mandela Tag

18. Juli – Mandela Tag

Jedes Jahr am 18. Juli wird der Mandela Tag gefeiert. Der Gedenktag wird seit 2010 jährlich begangen, dem Geburtstag des südafrikanischen Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela (1918–2013).

“Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.” Dieses Zitat gehört zu den wohl bekanntesten Sätzen Nelson Mandelas. Seinen Geburtstag, den 18. Juli, erklärte die UN-Generalversammlung im November 2009 zum internationalen Nelson-Mandela-Tag.

Damit würdigt sie seinen jahrzehntelangen Einsatz für eine Kultur des Friedens und der Freiheit. Der Welttag zu Ehren des ehemaligen Präsidenten von Südafrika wurde 2010 zum ersten Mal gefeiert.

Der “internationale Mandela Tag” steht allen voran für humanitäres Verhalten, Frieden und Gerechtigkeit.

 

Nelson Mandela arbeitete 67 Jahre an seinen Zielen und er setzte sich für seine Mitmenschen ein.  Und genau wie Nelson Mandela seine 67 Lebensjahre für ein humanes, gerechtes und freies Südafrika geopfert hat, sollen Menschen auf der ganzen Welt an diesem Tag symbolisch 67 Minuten lang etwas Gutes tun. Das sind 67 Minuten, in denen du Dir Zeit für Andere nimmst. Ein Lächeln, ein Anruf, die weitergeleitete Nachricht…

Slogans wie „67 ways to change the world“ (deutsch: 67 Wege, die Welt zu verändern) und „67 minutes of their time to help others“ (deutsch: 67 Minuten ihrer Zeit, anderen zu helfen) verdeutlichen den Sinn und Zweck des Gedenktages. Sie fordern dazu auf, aktiv mehr Verantwortung zu übernehmen und der Gesellschaft durch einen persönlichen, wohltätigen Beitrag etwas zurückzugeben.

Der Hintergrund des Mandela Days ist natürlich, Madibas Lebenswerk in Ehren zu halten und auch zukünftige Generationen daran zu erinnern, wer Nelson Mandela war und was er für sein Land getan hat. Der hauptsächliche Fokus des 18. Juli liegt jedoch darauf, dass die Welt zumindest an diesem einen Tag ein bisschen zusammenrückt und sich darauf besinnt, was wirklich wichtig ist: Frieden und Menschlichkeit.

Text & Bilder © kapstadtmagazin.de